
Leben, Schaffen und Höhepunkte
Ausbildung
Helmut Rogl erhielt bereits früh Klavierunterricht. Nach ersten Kompositionen als Autodidakt folgt schließlich die bewusste Entscheidung zum Kompositionsstudium, zunächst am Brucknerkonservatorium bei Helmut Schiff und Gunter Waldek, anschließend bei Helmut Eder am Mozarteum in Salzburg. Parallel dazu studierte Rogl Betriebswirtschaft, er promovierte an der Johannes–Kepler–Universität zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.
Auszeichnungen
Rogl erhielt zahlreiche Preise, so etwa den Landeskulturpreis des Landes Oberösterreich für Musik 2001, zudem wurde ihm 2015 für sein Schaffen der Berufstitel Professor verliehen.
Vielfalt
Sein Oeuvre reicht von Solostücken bis zu Orchester- und Bühnenwerken, bisher entstanden mehr als 70 Kompositionen, darunter drei Sinfonien, ein Cellokonzert, eine Kinderoper sowie eine große Passionsmusik. In guter Erinnerung ist auch sein Blockflötenkonzert, uraufgeführt im Rahmen der Abendmusik Ursulinenkirche, mit Michael Oman als Solisten. Bei aller Vielfalt lassen sich aber Schwerpunkte festmachen: Neben der menschlichen Stimme und dem Violoncello sind auch dem Saxophon zahlreiche Werke gewidmet.
Höhepunkte
Viele herausragende KünstlerInnen, Ensembles und Orchester haben bereits seine Werke in vielen Ländern aufgeführt: Münchner Philharmoniker, Wiener Kammersymphoniker, Wiener Kammerorchester, Bruckner Orchester, Budapester Streichersolisten, Sinfonia Christkönig, Pro Brass, Kammerorchester Diagonal sowie Martin Rummel, Rohan de Saram, Stefan Vladar, Manfred Mayrhofer, Michael Oman, Anna Maria Pammer … um nur einige zu nennen.
Besondere Höhepunkte im Komponistenleben von Helmut Rogl waren etwa neben der Uraufführung des Cellokonzerts im Wiener Konzerthaus auch sein Beitrag anlässlich der 50jährigen Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen, das Oratorium „Memento“ für Solisten, Chor, Orchester und Erika Pluhar als Sprecherin sowie die Eröffnungsmusik für das Brucknerfest 2002: „Beginnt das Saitenspiel!“ Der Liederzyklus „Ihr Lieder mein!“ (UA 2008) nach Texten europäischer Dichter/innen stimmte auf das Programm der europäischen Kulturhauptstadt Linz 09 ein. Die Kinderoper „Angela und der kleine Bär“ wurde bereits im Posthof Linz, im Metropolino und Studio Molière in Wien sowie in einer neuen Fassung für Kammerorchester an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz inszeniert.
Neue Wege
Zudem öffnete sich Rogl auch der Welt der elektronischen Musik, die zunächst spielerisch, dann aber mit Nachdruck erobert wird: Seine vor allem mit Manfred Pilsz entstandenen Musikvideos wurden mit zahlreichen, auch internationalen Preisen ausgezeichnet. Sehr positive Resonanz erhielt auch das Projekt „Heartbeat“ bei der Ars Electronica 2005, wo Rogl für das Sounddesign verantwortlich zeichnete. Mit diesen neuen Formen wie Musikvideos, elektronischer Musik und Klanginstallationen hat sich Rogl auch ein neues Publikum außerhalb des traditionellerweise engen Kreises der Liebhaber klassischer Moderne erschlossen.